Hoher Salzgehalt im Bewässerungswasser

Sep 13, 11 Hoher Salzgehalt im Bewässerungswasser

Für viele Bauern könnte er in den nächsten Jahrzehnten zum Problem werden: ein steigender Salzgehalt im Bewässerungswasser. Das Phänomen ist nicht nur ein Problem von großen Industrienationen, auch in landwirtschaftlichen Gebieten wie Spanien wird es zu Problemen kommen.

Die Ursachen und Auswirkungen

Salz ist schädlich für die meisten Pflanzen. In humiden Gebieten (Niederschlag > Verdunstung) stellt der Salzgehalt im Wasser weniger ein Problem dar, da sich das Mineral kaum oder gar nicht im Boden festsetzen kann – das Regenwasser spült es aus. Ganz anders in ariden Gebieten (Niederschlag < Verdunstung). Das salzhaltige Wasser, dass zur Bewässerung verwendet wird, verdunstet; das Salz bleibt im Boden zurück. Die Auswirkungen dieses Prozesses sieht man heute schon am besten in Südkalifornien. Dort sind die Felder rissig und so von Salz überzogen, dass kaum einmal mehr Baumwolle gedeiht.

Die Ursachen der Versalzung des Bewässerungswassers sind vielfältig. In den Industrienationen hat sie vor allem 2 Anlässe: die Industrie und die massive Verwendung von Streusalz etc. Was die Industrie betrifft, sind der Bergbau und die chemische Industrie die Hauptschuldigen. Im Bergbau wird salzhaltiges Grubenwasser einfach in Flüsse eingeleitet, das Durchsickern ins Grundwasser ist ein weiteres Problem. Auch die Abfälle aus der chemischen und Soda-Industrie sorgen für eine Versalzung des Wassers, vor allem in Flüssen.
Abseits der großen Industrieanlagen sorgt der massive Einsatz von Streusalz, aber auch die Verwendung von Dünge-Salzen für eine Versalzung des Grundwassers und kleiner Flüsse/Bäche. Problematisch wird dies erst nach vielen Jahren, wenn sich der Salzgehalt langsam angestaut hat und beginnt, die Böden unfruchtbar zu machen. Diese Problematik tritt jedoch meist nur in ariden Gebieten auf.

Probleme an den Küstenregionen

Für einen hohem Salzgehalt im Bewässerungswasser gibt es jedoch noch eine andere Ursache, von der nur Küstenregionen betroffen sind. Wird in diesen Regionen massiv Landwirtschaft betrieben, ist es oft unabdingbar, dass auf Grundwasser als Bewässerungsmittel zurückgegriffen wird, wie beispielsweise in Spanien. Da diese Gebiete zumeist arid sind, verdunstet der Großteil des Wassers, der Grundwasserspiegel sinkt ab. Durch das Absinken des Grundwasserspiegels kann nun salzhaltiges Meerwasser nachströmen und so für eine Versalzung des Grundwassers – folglich auch des Bewässerungswassers – sorgen.

Hieraus wird ersichtlich, warum Südkalifornien so stark von der Versalzung des Bewässerungswassers betroffen ist: Die Faktoren aus Industrie und Umwelteinflüssen vereinen sich hier und führen so zur landwirtschaftlichen Katastrophe.

Da der Prozess nur schwer oder kaum aufzuhalten ist, machen sich Forscher zwecks Ernährung einer stetig steigenden Weltbevölkerung daran, salzresistente Getreidesorten zu entwickeln. Die Uni Gießen beschäftigt sich beispielsweise mit der Züchtung einer salzresistenten Maissorte.

Image: Valcho – Fotolia

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